Treffpunkt Kantine Göschenen

März 2025 – Ausfahrt der schweizer W 124-Freunde nach Soligo

Die erste Ausfahrt unserer kleinen Gruppe der schweizer W 124 Freunde haben wir der Beharrlichkeit von Philipp zu verdanken, der erst mit dem Vorschlag für eine schöne Übernachtungsmöglichkeit kam und dann nicht lockerließ, bis ein Termin gefunden war. Mit unterschiedlichen Anfahrtswegen haben wir uns in Göschenen getroffen und zur Gruppe formiert. Andreas‘ T- Modell ist zur Zeit in Restauration, und so wich er auf seinen Käfer aus, ein Auto, das mit den Sympathien, die er weckt, immer gern gesehen ist. Die Atmosphäre bei der Anfahrt hier im Norden via Kantonsstrasse ist wie auf der Südseite in der Leventina. Ruhig, wenig los, verlassene Häuser. Aber es war schön zu fahren, es wurde einem wieder bewußt, wie oft man das Reisen zugunsten des Rasens vernachlässigt. Heute war die Reise das Ziel, und das war schon am Morgen schön. Als Fahrer des schwächsten Wagens habe ich mit meinem 230 CE die Führung übernommen.

Der Schreck des ersten Wintereinbruches zwei Wochen vorher hat sich bis zu unserem Wochenende völlig verflüchtigt, freie Fahrt über alle Pässe. Zuerst über den Gotthard, dann über Oberalp und Lukmanier, war die erste Rast in Camperio geplant, das allen (regelmäßigen) Lukmanier- Reisenden ein Begriff ist. Eine kleine, unscheinbare Osteria am Straßenrand; der traditionelle Stop für den ersten, „richtigen“ Espresso Richtung Süden, wenn das Herz leicht und voll Freude ist, oder der Abschluß schöner Tage beim letzten klassischen Cappuccino, mit einer Träne im Auge. Aber heute gab es eine alternative Idee, das Del Ponte in Iragna, also auf zu neuen Ufern.

Hatte aber zu, leider

Auf dem weiteren Weg Richtung San Bernardino haben wir das Matafone bei San Vittore gefunden; einen sehr schönen Ort für einen feinen Happen zu essen. Verkehr war weiterhin kein Thema. Auf dem Oberalp herrschte ein veritabler Volksauflauf, aber vorher und nachher war einfach nichts, außer freier Straße und Sonnenschein. Das Albergo Vittoria auf den Splügen ist ein verwinkeltes, altes, kleines Hotel. Ich kenne es von den Töfftouren und habe auch schon mit meiner Frau dort übernachtet; es ist wirklich ein Bijou und das Essen fein.

Unterwegs gab es den Anflug einer Panik, denn Philipp war plötzlich verschwunden, was man zuerst einem ungeduldigen, holländischen Jaguar- Fahrer in die Schuhe schieben wollte, aber letztlich das Resultat eines natürlichen Bedürfnisses war. Über San Bernadino und Splügen war es ein ordentliches Gekurbel durch die Serpentinen, aber der W124 ist ein wendiges Auto, das muß man sagen. Auffällig war bisher, daß nur wenig altes Blech unterwegs war, aber ein Vermögen an modernen Porsches.

Albergo La Soglina

Den Splügen runter haben wir nochmal ordentlich am Lenkrad drehen müssen, danach konnten wir uns in die Sessel fläzen und den letzten Teil des Weges entspannt Richtung Soglio fahren. Die Strasse über den Pass [Splügen] besteht aus 75 Spitzkehren; davon liegen 52 auf der italienischen und 23 auf Schweizer Seite. (Quelle: Wikipedia). Das Zimmer ist sehr schön und großzügig, und duftet wunderbar nach Arve. Nach einem Lockerungsspaziergang durch Soglio gab es das Abendessen in geselliger und aufgestellter Runde.

Der graue Himmel

… paßt gut zu den grauen Dächern von Soglio. Das Frühstück haben wir beizeiten gewählt und der Gesprächsstoff war wiederum vielseitig, philosophisch, politisch, geschichtlich. Ganz spannend in so einer eingefleischten Autofahrerrunde.

Schließlich ging es weiter über den Maloja.

Während wir die ganze Fahrt über gestaunt haben, wie billig der Sprit geworden ist, habe ich, um ja die Gelegenheit vor dem Paß nicht zu verpassen, die teuerste Tanke der Tour angesteuert. Aber die anderen haben’s mir nachgesehen; keine gehässigen Kommentare. Das Bild auf dem Albula hat ein freundlicher Holländer geschossen, der Freude an unseren Autos hatte. Er war auf der Suche nach dem Gedankstein für den Radrennfahrer Gino Mäder, der letztes Jahr auf dem Paß zu Tode gestürzt ist.

Hotel Stätzerhorn, Parpan

Die letzte Pause hatten wir im Hotel Stätzerhorn in Parpan. Hier haben wir nach dem letzten, gemütlichen Beisammensitzen die Tour aufgelöst.

Bis zum nächsten Mal!

Text und Fotos: Klaus Grenzebach